Pumpfoilen ist eine vergleichsweise junge Disziplin im Foilsport – und eine, die sich gut mit einem Campingurlaub verbinden lässt. Denn Wind oder Wellen sind nicht nötig, und die Ausrüstung fällt deutlich kompakter aus als bei vielen anderen Wassersportarten.

Was es allerdings braucht, ist ein geeigneter Spot mit ausreichend tiefem Wasser und idealerweise einem passenden Steg. Für alle, die gerne Neues ausprobieren und eine sportliche Herausforderung suchen, kann Pumpfoilen eine spannende Ergänzung für den nächsten Campingtrip sein.

Was steckt hinter dem Pumpfoilen?

Beim Pumpfoilen steht man auf einem kleinen Board, an dessen Unterseite ein Hydrofoil montiert ist. Dieses besteht aus Mast, Fuselage sowie einem Front- und einem Heckflügel. Sobald das Foil ausreichend Geschwindigkeit erreicht, erzeugt der Frontflügel Auftrieb und hebt Board und Fahrer aus dem Wasser.

Der entscheidende Unterschied zu anderen Foil-Sportarten: Für den nötigen Vortrieb sorgt weder der Wind noch eine Welle oder ein Motor. Die Geschwindigkeit wird allein durch eine rhythmische Bewegung des Körpers erzeugt. Durch Beugen und Strecken der Beine sowie gezielte Gewichtsverlagerungen wird das Foil beschleunigt und immer wieder auf Höhe gehalten.

Das klingt zunächst einfacher, als es ist. Pumpfoilen erfordert ein gutes Zusammenspiel aus Balance, Körperspannung und Timing. Wer die Bewegungsabläufe beherrscht, kann jedoch erstaunlich lange über das Wasser gleiten – nahezu lautlos und mit sehr wenig Widerstand.

Der schwierigste Moment kommt gleich am Anfang

Der klassische Einstieg ins Wasser wird als Dockstart bezeichnet. Dabei liegt das Board bereits im Wasser und wird vom Steg aus gehalten. Das Foil befindet sich knapp unter der Wasseroberfläche. Nach einem leichten Anschubsen des Boards in Fahrtrichtung stößt man sich vom Steg ab und springt auf das bereits gleitende Board. Entscheidend ist, das Gewicht beim Aufsetzen zunächst weit genug nach vorne zu bringen und anschließend möglichst schnell die ersten Pumpbewegungen einzuleiten. Der Dockstart gilt als schwierigster Teil des Lernprozesses – die ersten Versuche enden daher meist schon nach wenigen Metern im Wasser.

Kompakt unterwegs mit Board und Foil

Ein Pumpfoil-Setup besteht im Wesentlichen aus einem kleinen, steifen Board und dem Foil mit Mast, Fuselage, Front- und Heckflügel. Dazu kommen je nach persönlichen Vorlieben Neoprenbekleidung sowie Helm und Prallschutzweste.

Für erste Versuche muss es nicht zwingend ein spezielles Pumpfoilboard sein. Auch ein kleines, ausreichend steifes Kitefoilboard kann funktionieren. Ein vorhandenes Kite- oder Wingfoil lässt sich grundsätzlich ebenfalls zum Pumpfoilen verwenden. Für Einsteiger sind größere Frontflügel meist einfacher zu fahren, da sie bereits bei niedriger Geschwindigkeit ausreichend Auftrieb erzeugen. Spezielle Pumpfoils sind auf effizientes Pumpen und lange Gleitphasen optimiert.

Der richtige Spot zum Pumpfoilen

Pumpfoilen ist nicht an Wind oder Wellengang gebunden. Geeignet sind daher grundsätzlich ruhige Gewässer, sofern die örtlichen Bestimmungen das Foilen erlauben. Entscheidend ist vor allem ein geeigneter Startplatz. Ein stabiler Steg oder eine Plattform mit ausreichend Platz ist für den Einstieg notwendig, daneben braucht es genügend Wassertiefe und einen freien Bereich für die Fahrt.

Besonders wichtig ist, dass sich unter und rund um die Startstelle keine Hindernisse befinden. Ein Foil reicht deutlich tiefer ins Wasser als ein gewöhnliches Surf- oder SUP-Board und kann bei einem Sturz eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellen. Auch zu anderen Wassernutzern muss ausreichend Abstand gehalten werden.

Ist Pumpfoilen für Einsteiger geeignet?

Pumpfoilen ist technisch anspruchsvoll und körperlich fordernd. Besonders Beine, Rumpf und Körperspannung werden intensiv beansprucht. Eine gewisse Grundfitness ist daher hilfreich, wichtiger sind aber Geduld und die Bereitschaft, viele Versuche zu investieren.

Vorerfahrung aus dem Surfen, Wingfoilen oder anderen Boardsportarten kann beim Erlernen von Balance und Bewegungsabläufen hilfreich sein. Voraussetzung ist sie allerdings nicht. Wer sicher schwimmen kann und sich von den ersten, meist kurzen Gleitversuchen nicht entmutigen lässt, kann sich die Technik Schritt für Schritt erarbeiten.

Gerade für erfahrene Foiler kann Pumpfoilen auch eine interessante Trainingsform sein. Das präzise Steuern des Foils und die kontrollierte Gewichtsverlagerung schulen Balance, Timing und Körpergefühl. Und aufgrund des geringen Packmaßes ist der Sport für Camper besonders gut geeignet.

Wettkampf der Pumpfoiler:
Die Pumpfoil ÖM (Österreichische Meisterschaft) wird offiziell vom Österreichischen Segelverband (OeSV) ausgetragen. Die Serie umfasst in der Regel 6 bis 7 Tourstopps, die meist zusammen mit den Wingfoil-Bewerben an ausgewählten Spots stattfinden. Mehr Infos unter pumpfoil-oem.at.

Bild: ©OeSV | Dominik Matesa

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